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Hokapure (ほかプレ) - Liebe aus Plüsch

Japanisches Automagazin „Junior Young Auto“ mit Fokus auf die Tuning-Kultur, Modellsport und DIY-Fahrzeugnachbildungen.

Ein Paket aus Japan thront auf dem Wohnzimmertisch und unsere Katze schlawenzelt darum herum, als hätte sie den Inhalt für sich beansprucht. Marvin hatte vor einer Weile Magazine aus Japan importiert, mit einem Thema darin, das ich schon lange intensiver recherchieren will und eben diese Lieferung war endlich angekommen. In Anbetracht des anstehenden Valentinstages könnte das Timing kaum besser sein!


Denn sind wir ehrlich: Nach sieben Jahren Beziehung und etlichen Feiertagen wird es immer schwieriger ein Geschenk zu finden, das sich nicht nach reiner Transaktion anfühlt und auch nicht nach einer Wiederholung der letzten Jahre. Natürlich haben wir beide lange Wunschlisten, an kaufbaren Ideen mangelt es wohl nie, doch gerade am Valentinstag sind persönliche Gesten von besonderer Bedeutung. So will ich dieses Jahr etwas erschaffen, was im reinen Materialwert vielleicht gering ist, in das aber so viel Zeit und Liebe fließen, dass man es gern in Ehren hält.


Japanisches Tuning-Magazin mit kreativen DIY-Stoffautos und Plüsch-Modellen bekannter Fahrzeugtypen wie Toyota Soarer und Nissan Gloria.

Während ich durch die Magazinseiten blättere, stoße ich endlich auf mein Recherchethema: Hokapure. In den japanischen Schriftzeichen ほかプレ verbirgt sich nicht nur das Wort für „herzlich“ oder „warm“ (Hokahoka), sondern die Abkürzung für eine Geste, die es so kein zweites Mal gibt: Hoka ni nai Purezento. Ein Geschenk, das man nirgendwo sonst kaufen kann. In den Rubriken der Magazine zeigen Leser stolz ihre einzigartigen Liebesbeweise. Es sind handgenähte Plüschkopien realer Fahrzeuge, an denen Herzensdamen oft wochenlang arbeiteten. Mit gestickten Details und individuellen Aufschriften wurden diese Stoffautos zu einer ganz persönlichen Liebeserklärung.


In den Magazinen finde ich Liebende, die passioniert ihr Hobby teilen und stolz neben ihren Wagen posieren. In ihren Händen halten sie die Plüschversion ihres geliebten Autos. Doch da sind auch die Frauen, die ihren Freund mit aller Hingabe bei seinem Hobby unterstützen, auch wenn sie selbst nicht technikaffin sind. Es ist eine Geste, die verdeutlicht, dass man die Leidenschaft des anderen nicht nur akzeptiert, sondern versteht und wertschätzt.


Besonders rührt mich die Geschichte eines Toyota Soarers. Nachdem der Mann seinen geliebten Wagen bei einem Unfall verlor und diesem wehmütig nachtrauerte, nähte seine Partnerin ihm den kleinen Plüschwagen als Erinnerung an die schöne, gemeinsame Zeit.  Dabei liegt besonderer Augenmerk darauf, dass ein Hokapure nicht schnell genäht ist, was den emotionalen Wert dieses Geschenkes besonders untermalt. Es ist ein aufwendiger, manchmal frustrierender Prozess der mehrere Tage und Wochen dauern kann.



Dieses PDF ist eine Zusammenfassung meiner entdeckten Magazinseiten für alle, die einen tieferen Einblick in die Geschichten der Paare erlangen und die unterschiedlichsten Hokapure sehen wollen:




Handgezeichnete DIY-Anleitung aus einem japanischen Magazin zur Herstellung von Plüschautos im Chibi-Stil mit Tipps zu Proportionen, Stickereien und Materialien wie Filz und Strohhalmen.

Ich habe mich in dieses Thema verbissen und will unbedingt mehr erfahren. Doch die Informationslage zu Hokapure ist dünn. Auf Google findet man kaum verwendbare Quellen. Ein Beitrag, der mir bei meiner Suche nach visuellem Input wirklich weiterhalf, ist der Artikel von kaidoracer.com. Der Autor präsentiert dort Scans ganz anderer Magazinseiten als sie mir vorliegen, inklusive originaler Zeichnungen von Schnittmustern, Konzepten und zuckersüßen Paargeschichten.


Trotz meiner Magazine und der Recherche stehe ich am vor dem Beginn meines Hokapure recht ratlos da. Es gibt niemanden, der den Prozess des Nähens wirklich detalliert dokumentiert. Zwar habe ich durch meine Oma und meine Mama einiges über das Nähen von Kleidung gelernt, aber ein Auto markiert dann doch eine ganz andere Hausnummer. Also wage ich das Experiment und versuche die Sache logisch anzugehen. Eben fast so, als wäre das Auto ein Kleidungsstück.



Mein Hokapure Selbstversuch


Auf dem Plan steht der Nissan 200SX (Kenzō) meines Verlobten Marvin. Diese Anleitung beschreibt mein Vorgehen Schritt für Schritt. Ich habe sie so aufbereitet, dass ihr selbst die Möglichkeit habt, einen Hokapure anzufertigen und hoffentlich aus meinen Fehlern lernen könnt. Vielleicht ist es eine süße Date-Idee für den Valentinstag oder ein Projekt, das euch hilft die Zeit bis zum Saisonstart zu überbrücken.


DIY-Bastelset für Stoffautos: Schnittmuster eines Nissan Silvia S13 mit Filzstoffen, Garnrollen, Schere und Stecknadeln für handgemachte Fahrzeug-Modelle.


1. Die Vorbereitung


Ich druckte mir das Auto aus vier Perspektiven aus, um ein Gefühl für die Maße zu bekommen. Somit hatte ich eine Ansicht von oben, von der Seite, von vorne und von hinten. Besonders wichtig ist hierbei, dass man die Details des Wagens sieht - also Scheinwerfer, Karosseriekanten und Embleme. Die Größe legte ich dabei auf A4 fest, da ich zum einen wollte, dass es druckbar blieb, und ich zum anderen Sorge hatte, der Nissan passe sonst nicht in meine Nähmaschine. Ein Hokapure kann zwar problemlos handgenäht werden, aber da mir das Gerät bereitstand, habe ich diese gern in Anspruch genommen.


Schnittmuster für ein DIY-Stoffauto: Ausgeschnittene Papiervorlagen eines Nissan Silvia S13 (Front-, Seiten- und Heckansicht) neben einer Bastelschere und rotem Filzstoff zur Erstellung eines handgefertigten Plüschautos.

Wer plant, das Projekt per Hand umzusetzen, dem empfehle ich, alles etwas größer aufzuziehen. Ein wuchtigeres Kuscheltier verzeiht auch schiefe Nähte und erleichtert das Handling ungemein.

Im Anschluss plante ich die Farben und versuchte die Auswahl simpel zu halten. Ich wählte ein Feuerrot für die Karosserie, ein warmes Gelb-Orange für die Blinker, Grau für Scheibenflächen sowie Felgen und Schwarz für Reifen und Zierelemente. Wer ein Kennzeichen annähen möchte, sollte den Stoff hierfür ebenfalls direkt einplanen.


Für die geradlinige Form von Kenzō entschied ich mich bewusst für Filz. Das deckt sich auch mit vielen Originalen aus den Magazinen: Das Material ist stabil, franst nicht so schnell aus und erzeugt diesen herrlich handgemachten Look. Einige Japanerinnen wählten für pralle Formen zwar Jersey-Stoff, und auch Stoffe mit Diamantmuster waren sehr beliebt, aber Filz war für den Einstieg ideal. Passendes Stickgarn in den Farben der ausgewählten Stoffe durfte natürlich auch nicht fehlen. Glücklicherweise haben wir einen sehr gut ausgestatteten Berliner Stoffladen, der wirklich alles vor Ort hatte. Ergänzend legte ich mir eine neue Stoffschere zu, was den ganzen Job um einiges vereinfachte. Zudem benötigte ich Stecknadeln, Handnähnadeln, Pappe, einen Fingerhut und eine große Tüte Füllwatte.



2. Der Zuschnitt und die Details


Im ersten Schritt schnitt ich die Blueprints aus und übertrug sie auf den Filz. Dabei zeichnete ich nicht direkt an der Papierkante entlang, sondern ließ rundherum etwa einen halben Zentimeter Abstand. Diese Nahtzugabe benötigte ich, da ich die „hässlichen Nähte“ später verschwinden lassen wollte. Das schafft man, indem man die Stücke auf links zusammennäht und sie dann umstülpt.


Das Auto teilte ich in zwei Bereiche auf: Die Karosserie benannte ich „T1“ und das Dach samt Scheibenbereich „T2“. Dazu entschied ich mich, weil Kenzō optisch aus zwei Ebenen besteht und das Dach wie ein eigenes Element auf dem Body sitzt. Hätte ich beides aus einem Guss gefertigt, hätte man die prägnante Form des Autos nicht so gut erkannt. Auch die Räder plante ich absichtlich aus, da sie in den japanischen Vorlagen meist separat genäht und von außen angebracht werden.



Mit den roten Elementen von T1 fing ich an und deutete mit einer roten Naht auf rotem Grund die typischen Linien und Falten des Autos an. Für Türen, Spaltmaße oder Griffe wählte ich wiederum schwarzes Garn, da man diese ja auch am realen Modell deutlich stärker sieht. So sorgte ich dafür, dass das Auto nicht so flach wirkte und man charakteristische Merkmale, wie zum Beispiel die Klappscheinwerfer, erkannte. Es war überraschend unkompliziert und machte optisch viel aus, denn man sah anhand der losen Stoffteile bereits, dass es ein 200SX werden sollte. Das Emblem vorne vereinfachte ich stark mit ein paar grauen Garnlinien, da es in dieser Größe einfach nicht sinnvoll umzusetzen war.



An den zukünftigen Übergängen zwischen Karosserie und Scheibe wählte ich einen Zickzackstich. Diese Bereiche sind beim echten Auto auch dunkel, weil dort Scheibenrahmen und Dichtungen sitzen. Gleichzeitig sorgte der Stich für etwas Stabilität. Wer das per Hand macht, kann dort auch schwarze Filzstreifen aufsetzen, um den gleichen Effekt zu erzielen - einen Zickzackstich händisch zu imitieren, wäre ein sehr undankbarer Job.


Nahaufnahme der bestickten Filz-Einzelteile für ein DIY-Stoffauto: Graues Auspuffrohr auf schwarzem Untergrund sowie rote Karosserie-Elemente mit feinen schwarzen Ziernähten und gelben Akzenten.

Zudem widmete ich mich dem schwarzen Unterboden, den ich in der gleichen Größe ausschnitt wie das darüberliegende, rote Karosserieteil. Dabei war mir die Unterseite irgendwie zu langweilig, also beschloss ich, Marvins zukünftige Wunsch-Abgasanlage mit grauem Filz anzudeuten. Zudem hinterließ ich ihm mit rotem Garn einen kleinen, gestickten Gruß von mir.




3. Die Karosserie (T1)


Vergleich von DIY-Stoffauto-Elementen und Papierschablonen: Dreidimensional vernähte rote Filz-Karosserie eines Nissan Silvia neben detaillierten Konstruktionszeichnungen für Front, Heck und Seite.

Im Anschluss setzte ich die Karosserie zusammen. Die Seitenteile vernähte ich mit dem Oberteil, links auf links versteht sich, um alles später umstülpen zu können. Für diesen Arbeitsschritt bieten sich Stecknadeln an, um die Stoffteile aufeinander zu fixieren, damit nichts verrutscht. Nun fügte ich die obere Karosseriefläche und beide Seiten aneinander, auch hier wieder mit Zickzackstich. Umgestülpt hatte dieser Look irgendwie etwas charmantes. Damit hielt ich nun ein fertiges U-Stück in den Händen.


Front und Heck des Autos standen nun auf dem Plan, und in Anbetracht der vielen Details hatte ich Respekt vor diesem Schritt. Zu Hilfe nahm ich meine Papier-Blueprints, um die Umrisse anzuzeichnen. Zudem übertrug ich Lufteinlässe, Kennzeichengröße und Blinker auf das Material, um diese Elemente später einnähen zu können. Auch hier nähte ich Spaltmaße mit schwarzem Garn, Karosseriekanten mit rotem Garn. Ich probierte mich mit aufgesetzten Filzelementen in Gelb bei den Blinkern und nähte spontan noch Kennzeichen aus weißem Stoff, den ich gerade herumliegen hatte. Stück für Stück entstanden Gesicht und Po des Autos und glichen immer mehr dem echten Kenzō.



Die Einzelteile vernähte ich nun ebenfalls auf links mit meinem zuvor entstandenen U-Stück. Dadurch erhielt ich ein von alleine stehendes Karosseriekonstrukt, dem nur noch die Unterseite fehlte. Diese nähte ich jedoch noch nicht an, da es meine Idee war, T2 mit T1 zu vernähen. Dies wäre erheblich anstrengender geworden, hätte ich bereits jetzt die Füllwatte hineingestopft.



4. Das Dach (T2)


Für das Dach „T2“ nutzte ich die Draufsicht des Schnittmusters. Windschutzscheibe, Dachfläche und Heckscheibe schnitt ich in einem Guss aus meinem grauen Filz aus und kalkulierte auch hier wieder die Nahtzugabe ein. An den Übergängen von der Scheibe zum Lack setzte ich eine dünne, gerade Naht, da sich das Material dadurch deutlich besser in Form knicken ließ. Zudem schnitt ich eine rote Fläche aus, um den Lack darzustellen, und nähte diese auf meine graue Basis.


Da sich durch das Arbeiten einiges verzogen hatte, glich ich die finale Form des Oberteils noch einmal auf meinem „T1“ Modell ab. So bekam ich ein Gefühl dafür, was gekürzt werden musste und wie viel Seitenwand ich links und rechts überhaupt hinzufügen musste. Ehrlich gesagt war es ziemliches Augenmaß, was vermutlich auch erklärt, weshalb es ein bisschen schief wurde. Die grauen Seiten präparierte ich mit schwarzem Filz, um die B-Säulen und Dichtungen anzudeuten. Diese nähte ich einfach auf den grauen Untergrund.



Nun vernähte ich auch hier zunächst die Oberseite und die beiden Seitenteile auf links miteinander und stülpte alles um. Für die Unterseite von „T2“ orientierte ich mich direkt an der angedeuteten Fensteraufnahme von „T1“, welche ich zuvor mit der Zickzacknaht gefertigt hatte. So erhielt ich eine passende Bodenplatte. Ich schloss nun, ebenfalls auf links, das „T2“ Stück aus Dach und Seiten mit dieser Platte ab, sodass eine Art Socke entstand. Die Seite des Heck musste jedoch noch offen bleiben, da dort später die Füllwatte hineingestopft wurde.


Detailansicht der Innenverarbeitung: Einsetzen einer weißen Verstärkung in die fertig vernähte Fenster- und Dachpartie aus grauem und rotem Filz, um dem DIY-Stoffauto Stabilität zu verleihen.

Als ich mit dem Befüllen begann, stellte ich schnell fest, dass es nicht nur oben sehr ballonartig wurde, sondern auch an der Unterseite. Dabei war es gerade diese Fläche, die möglichst eben bleiben musste, da sie ja direkt auf T1 mündet. Also schnitt ich ein Stück Pappe in Form der Basis von T2 aus und setzte diese ein, bevor ich mit der Watte weitermachte. Unüblich war das tatsächlich nicht, viele Japanerinnen benutzten Karton zur Stabilisierung, was gerade bei der Darstellung von Spoilern sehr praktisch ist. Ich stopfte ordentlich nach, nur um später festzustellen, dass mein Auto ganz schön aufgeblasen aussah. Daher empfehle ich, immer wieder zu überprüfen, ob die Menge an Füllmaterial eventuell schon ausreicht. Ist zu wenig drin, wird es labbrig – ist es zu viel, sieht es aus wie bei mir.



5. Die Hochzeit


Das offene Stück des Daches fixierte ich wieder mit Stecknadeln und nähte es per Hand zu. Der nächste Schritt war es nun, "T2" mit "T1" zu verbinden. Ich entschied mich nach reichlicher Überlegung dazu, dies am Rand des Bodens von "T2" zu tun. Bereits da begann meine Verzweiflung, da trotz aller Anpassung und Maßabgleiche nichts so richtig aufeinanderpasste. Doch ein Glück ist Filz sehr dankbar, denn er verzeiht Fehler und lässt sich in Position ziehen. So vernähte ich "T2" rundherum mit "T1" und hatte nun ein halbfertiges Auto vor mir. Doch irgendwie waren meine Nähte unsauber geworden und es fehlten visuelle Übergänge zwischen den beiden Ebenen. Also verblendete ich die Stellen mit schwarzen Zierlinien aus Filz, die Dichtungen und Fensterumrandungen andeuten sollten. Damit war ich dann doch einigermaßen zufrieden.


Unteransicht eines handgefertigten DIY-Plüschautos aus Filz: Schwarzer Unterboden mit angenähten Rädern, einem grau aufgestickten Auspuffrohr und der liebevollen roten Stickerei „I ❤️ U“.

Um die Karosserie des Autos zu finalisieren, nähte ich nun den Unterboden so an, dass wieder eine Socke entstand. Da mein Dach bereits recht stabil und groß war, war ein Umstülpen auf links leider nicht mehr möglich. Daher entschied ich mich für einen stark sichtbaren Zickzackstich, der optisch auch als Schwellerbereich fungiert. Auch hier ließ ich das Heck der Unterseite wieder offen und stopfte mit Watte nach. Es war schon spät und ich vergaß leider, auch hier eine Bodenplatte aus Pappe einzusetzen. Daher hat Kenzō einen ganz schön dicken Bauch bekommen. Er hat wohl zu viel Benzin getrunken!



6. Die Räder


Vorbereitung der Räder für das Stoffauto: Ausgeschnittene graue und schwarze Filzkreise für Felgen und Reifen auf der Arbeitsfläche einer W6 Nähmaschine.

Zum Schluss kamen die Räder an die Reihe und ich hatte die romantische Vorstellung das sei eine Arbeit von vielleicht einer Stunde. Doch sie kosteten mich deutlich mehr Zeit und Nerven. Da sich die Proportionen während der ganzen Arbeit durch das Stopfen und Nähen der Karosserie minimal verändert hatten, bestimmte ich die Reifengröße visuell direkt am Modell.


Für jedes Rad schnitt ich dafür zwei schwarze Kreise aus und bereitete die Felgen in Grau vor. Sie sollten SSR Longchamps ähneln, sahen aber aus wie Fahrradfelgen, was mich zwar ärgerte, ich aber trotz mehrerer Versuche zu keinem besseren Ergebnis fähig war. Übrigens ist es hierbei empfehlenswert einen Reifen probehalber zu nähen. Sie bauschen mit Füllwatte einfach zu sehr auf und verlieren dadurch an Größte.


Die Felge nähte ich auf eine der schwarzen Scheiben, danach vernähte ich beide schwarzen Kreise auf links miteinander - natürlich wieder mit einer kleinen Öffnung zum Umstülpen. Nach dem Wenden kam auch hier Füllwatte hinein, bevor ich das Ganze per Hand verschloss, eine recht friemelige Arbeit. Diesen Vorgang wiederholte ich vier Mal.


Das Anbringen der Räder an die Karosserie war dann noch einmal ein Kraftakt. Da ich durch die gefüllte Karosserie arbeiten musste, lag viel Spannung auf dem Material. Es war nicht nur schmerzhaft in den Fingern, sondern auch vier meiner Nadeln verabschiedeten sich mit einem lauten Knacken. Die Räder, und das ist wirklich wichtig, sind nicht nur mittig, sondern auch oben zur Karosserie hin zu fixieren. Als meine nur mittig saßen, sahen sie aus wie X-Beine und ich behob meinen Fehler schnell durch Fixierstiche oben.


Als letzten Schritt entfernte ich noch lose Fäden, arbeitete kleine Nähte nach und überprüfte Kenzō ein letztes Mal von allen Seiten.



Mein Fazit


Am Ende steht Kenzō nun vor mir - vielleicht etwas runder und schiefer, als der Blueprint es geplant hatte, aber genau das macht einen Hokapure aus. Er ist kein perfektes Modellauto aus der Fabrik, sondern ein echtes Unikat mit Charakter und Handschrift.

Ich kann euch nur ermutigen: Probiert es selbst aus!


Falls ihr euch an das Experiment wagt, würde ich mich riesig freuen, eure Ergebnisse zu sehen. Schickt doch mal ein Foto von eurem Stoffauto an @veinautomotive auf Instagram. Ich bin gespannt, welche Modelle ihr zum Leben erweckt.




Quellen:

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